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Cypripedien – Frauenschuhorchideen

Die Gattung der Cypripedien (Frauenschuh – Orchideen) ist hauptsächlich in der nördlichen Hemisphäre verbreitet und wächst rein terrestrisch, d.h. die Pflanzen wachsen im Bodengrund und nicht als Aufsitzer (epiphytisch) auf Bäumen, wie man es von den meisten tropischen Orchideen gewöhnt ist.

Generell sollten sie nicht mit den tropischen bzw. subtropischen Paphiopedilum Arten verwechselt werden, die landläufig im Deutschen auch als Frauenschuhorchideen bezeichnet werden. Beide Gattungen besitzen eine große Lippe die einem Schuh ähnelt. Die Blüten der Gattung Cypripedium sind generell recht groß und eindrucksvoll. Aufgrund der großen Forschritte bei der asymbiotischen Aussaat – dies bedeutet die Anzucht aus Samen auf Agarmedien ohne den eigentlich zur Keimung nötigen Symbiosepilz - stellen Cypripedien heute erschwingliche Gartenstauden dar, die unter Beachtung weniger Pflegehinweise gut im Garten gedeihen und mit den Jahren immer dichtere Horste bilden. Desweiteren stehen uns heute viele robuste (Heterosis!) Hybriden zur Verfügung.
Der Standort von Frauenschuhorchideen sollte gut gewählt werden. Cypripedien bevorzugen eher kühle Luftfeuchte Standorte im Halbschatten/Schatten. Sie möchten am liebsten bis Mittag in der Sonne stehen und ab dann im Schatten von Gehölzen oder Gebäuden. Trockene Standorte in Wurzelbereichen von Bäumen sind aufgrund der starken Konkurrenz der Baumwurzeln nicht geeignet.

Entscheidend für eine erfolgreiche Kultur ist die Beschaffenheit des Bodens, da Cypripedien keine Staunässe vertragen. Der Boden sollte locker und gut durchlässig sein.  Man erreicht dies dadurch, dass man die Pflanzstelle bei schweren lehmhaltigen Böden bis in 40 cm Tiefe 1:1 mit Bimskies, Lavakies oder Seramis versetzt. Sehr sandige Böden werden dagegen mit Humus verbessert.
Eine gute Durchlässigkeit des Substrates bedeutet aber nicht, dass Cypripedien immer trocken stehen wollen, im Gegenteil: Während der Wachstumsperiode von März bis September/Oktober möchten sie einen feuchten Boden, was man durch Mulchen mit Fichtennadeln oder Buchenlaub und dem normalen Gießen (während Trockenperioden) leicht erreicht. Im Winter mögen sie Feuchtigkeit weitaus weniger leiden, weshalb in Gebieten ohne ständigen Frost und Schnee eine Abdeckung nicht schaden kann. Die Abdeckung erfolgt nicht wegen der Kälte, sondern wegen der Feuchtigkeit, weshalb sie in höheren Lagen wegen des beständig kalten Wetters nicht erforderlich ist. Bei mir im Flachland hat sich eine Abdeckung empfindlicher Arten wie folgt bewährt:

  1. Es wird eine 5 cm hohe Schicht trockenes Buchenlaub und Tannenzweige über die Pflanzstelle aufgebracht (für Luftzufuhr)
  2. Eine Luftpolsterfolie wird so angebracht, dass der Wurzelstock größtenteils vor Regen geschützt ist
  3. Tannenzweige werden auf die Folie gelegt, damit sie erstens nicht weg fliegt und zweitens um die Folie zu schattieren.

Die Pflanzung erfolgt bevorzugt in der Ruhezeit im Spätherbst und vor der neuen Wachstumsperiode. Containerpflanzen kann man immer pflanzen oder man pflegt sie vorerst im Topf und setzt sie später in die Erde. Der Regelfall ist der Erhalt des Wurzelstockes im Herbst. Wichtig ist, wie erwähnt, die richtige Bodenvorbereitung, aber auch, dass das Pflanzloch ausreichend groß ausgehoben wird und alle fremden Wurzeln und Unkräuter entfernt werden. Nach der weiter oben beschrieben Bodenvorbereitung wird in der gelockerten und verbesserten Erde ein kleines Loch ausgehoben und das Wurzelsystem so eingesetzt, dass es sich voll entfalten kann. Die Rhizome werden sehr flach gepflanzt, so dass die Triebspitzen noch aus dem Boden herausschauen, die Wurzeln aber bedeckt sind. Bitte nicht andrücken -denn das Substrat soll ja locker bleiben- nur angießen, dann setzt sich das Erdreich ausreichend.

Ausheben des Pflanzlochs

Einarbeiten von Lava

Einsetzen des Rhizoms

     

Angießen

Nicht zu tief pflanzen

 
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